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Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung

24. Mai 2016 in Köln

Pressebericht

Das Institut für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig veranstaltete am 24.5.2016 die nun dritte Konferenz der Reihe „Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung“. 60 Teilnehmer folgten der Einladung ins Pullman Hotel in Köln, um sich hinsichtlich der bedeutenden Entwicklungen und den damit verbundenen Herausforderungen, vor denen die Lebensversicherung seit einiger Zeit steht, auszutauschen und vielfältige Lösungsansätze aufzuzeigen.

Eröffnet und moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Fred Wagner, Vorstand am IfVW und Inhaber des Lehrstuhls für Versicherungsbetriebslehre an der Universität Leipzig.

Den ersten Vortrag hielt Hermann Schrögenauer, Vorstand Vertrieb Leben bei der Zurich Gruppe Deutschland, zum Thema „Auswirkungen des LVRG auf die Vergütungsmodelle“. Zunächst zeigte Schrögenauer gelungen die Rahmenbedingungen des LVRG auf und veranschaulichte die Auswirkungen für die Lebensversicherung. Anschließend zeigte Schrögenauer kritisch auf, wie die Zurich Gruppe den Konsequenzen begegnet und welche Auswirkungen dies auf die Tarife hat. Im anschließenden Diskurs wurden die viel zu komplexen und trägen Strukturen in Versicherungskonzernen und die damit verbundenen Herausforderungen durch die steigende Konkurrenz durch Fintechs thematisiert.

Im zweiten Block der Veranstaltung wurden die Themen Transparenz und Reputation in der Versicherungsbranche diskutiert. Axel Kleinlein referierte zunächst zum Thema „Transparenz in der Lebensversicherung  –  Status quo und Handlungsfelder“. In seiner Funktion als Vorstandssprecher des Bund der Versicherten e.V. erläuterte er zunächst die Transparenz als Handlungsfeld im Verbraucherschutz. Anschließend unterlegte Kleinlein seine Argumente mit konkreten Beispielen zur Intransparenz in Versicherungsbedingungen.

Alsdann stellte Christoph Hardt, Mitglied der Geschäftsführung des GDV, den Newsroom des Gesamtverbandes vor, dessen Zielsetzung es ist, durch eine moderne Kommunikationsplattform zu einer „Optimierung von Reputation und Attraktivität der Lebensversicherung“ beizutragen. Hardt zeigte sehr anschaulich die strategischen Herausforderungen und Ansatzpunkte für die Kommunikationspolitik des Verbandes auf und illustrierte diese mit aktuellen Kampagnenschwerpunkten.

Peter Schneider, Geschäftsführer der Morgen & Morgen Group GmbH, referierte zu dem Thema „Neue Garantiemodelle in der Lebensversicherung – Fluch oder Segen?“ und erläuterte hierfür zunächst alle bisher bestehenden Garantiemodelle und deren Veränderungen, die mit dem Wandel im Marktumfeld einhergingen. Zudem brachte er das Beispiel der Universal Life Versicherung, die sich im amerikanischen Raum bereits etabliert hat, in Deutschland bisher aber nur von einem Versicherer angeboten wird. Prinzipiell besteht in dem schwierigen Marktumfeld eine noch größere Notwendigkeit die Kundenbedürfnisse genauer zu erfragen und das Sparen attraktiver zu gestalten.

Auch die Digitalisierung war Gegenstand in der Vortragsreihe zu den „Aktuellen Entwicklungen in der Lebensversicherung“. So sprach Dr. Alf Neumann über die „Lebensversicherung im Spannungsfeld von Digitalisierung und Regulierung“. Er betonte, dass die Lebensversicherung gerade in Niedrigzinsphasen von großer Bedeutung ist, da nun noch mehr gespart werden muss, um der Altersarmut vorzubeugen. Chance-Risiko-Klassen und Effektivkosten sollen dabei die Transparenz und den Mehrwert für den Kunden erhöhen.

Dr. Susanne Claßen knüpfte an die Aussagen von Neumann bezüglich der neuen Chancen der Kanalvielfalt im Vertrieb an und hielt einen differenzierten und aufschlussreichen Vortrag zum Thema „Digitalisierung und Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten – Anforderungen an die Versicherungsvertreter und deren Produktgeber“. Sie erläuterte detailliert das veränderte Kommunikationsverhalten des Kunden und die hieraus resultierenden Herausforderungen. Den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen ist ein vorrangiges Ziel, aber auch am schwierigsten in seiner Erfüllung.

Abgerundet wurde der Konferenztag durch Dr. Marco Arteaga und seinen Beitrag zum Betriebsrentenstärkungsgesetz. Nach einer Erläuterung der Ausgangslage stellte er die Reformvorschläge von Hanau/Arteaga mit Fokus auf die Potenziale des Tarifvertrages, die reine Beitragszusage, das Spannungsfeld von Garantie und Kapitalanlage und die Konvertierung bestehender Zusagen vor. So bot er einen Einblick in zukünftige Reformen und hiermit einhergehende Veränderungen.