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14. Vorlesungstag an der Universität Leipzig

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25. März 2014

Zu unserem Vorlesungstag an der Universität Leipzig, einem inzwischen etablierten und wichtigen Branchentreff zum  Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis der deutschsprachigen Assekuranz, kamen am Dienstag, dem 25. März 2014, zahlreiche Repräsentanten der Versicherungswirtschaft und angrenzender Branchen nach Leipzig. Den Kongress im modernen Hörsaal am Campus Augustusplatz veranstalteten wir – unter fachlicher  Leitung von Herrn Prof. Dr. Fred Wagner – bereits zum vierzehnten Mal in Folge. Etwa 300 Branchenvertreter, darunter auch Berater, sonstige Dienstleister, Journalisten sowie Mitarbeiter von Verbänden nahmen die Einladung nach Leipzig wahr und diskutierten intensiv zu aktuellen Themen.

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Herr Professor Wagner, Vorstand unseres Leipziger Instituts, begrüßte die Teilnehmer und führte sie in das Tagungsprogramm ein. Anschließend folgten Begrüßungsworte seitens der Universität Leipzig durch Herrn Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung.

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Anhaltende Herausforderungen – neue Produktstrategien

Fachlich eröffnete Herr Dr. Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherungsgruppe AG, die Veranstaltung mit seinem Vortrag „Nach der Finanzkrise – langfristige Strategie der Lebensversicherungen“. Dabei ging er zunächst auf Aspekte der Finanzkrise ein, welche maßgebende Impulse für Anpassungsstrategien der Assekuranz einläuteten. Dazu zählt er die Banken- und Staatsschuldenkrise, die daraus resultierende Verunsicherung der Konsumenten und letztlich den anhaltenden Niedrigzins. Im Zuge der Diskussion um die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven belaste der „falsch verstandene Verbraucherschutz“ vor allem die Lebensversicherung. Hinsichtlich des Zinsumfelds geht Herr Oletzky in absehbarer Zeit nicht von substanziellen Verbesserungen aus. Dennoch und gerade deswegen müssten sich Versicherer für verschiedene Situationen, mit Blick auf steigende wie auch fallende Zinsszenarien, wappnen. Die veränderte Produktwelt, in der diese Umstände münden, erläuterte er kurz anhand des neuen Produkts der ERGO. Dieses könne zur „Wiederherstellung der Balance zwischen Garantien und Renditechancen“ beitragen, bedeute jedoch gleichzeitig einen hohen Schulungsbedarf für die Vermittler.

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Branchenweite Potenziale bei Kommunikation und Außendarstellung

Vom Vortrag „Kommunikationspolitik und Imagefragen in der Assekuranz“ erhofften sich die Tagungsteilnehmer aufklärende Worte von Herr Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Aus dringlichen Gründen musste dieser seine Teilnahme jedoch absagen und ließ sich vom Leiter des neuen Geschäftsbereichs Kommunikation beim GDV,  Herrn Christoph Hardt, vertreten.

Das Image der Versicherungsbranche und deren mediale Wahrnehmung in der Öffentlichkeit stellen für ihn eine langfristige Herausforderung dar. Es sei daher wichtig, sich stetig und unternehmensübergreifend mit Imagefragen zu beschäftigen. Die Komplexität der Themen erschwere zusätzlich eine erfolgreiche Kommunikationspolitik. Herr Hardt verwies in diesem Zusammenhang auf „eine neue Härte der Berichterstattung“, die seinen Geschäftsbereich beim GDV beinahe täglich in einen Ausnahmezustand versetze. Entgegen vermehrt negativer Darstellungen der Lebensversicherungsbranche in Deutschland überspitzte er in einer These: „Die Lebensversicherung hat ihre große Zeit noch vor sich“. Herr Hardt forderte in diesem Zusammenhang eine aktivere Kommunikationspolitik der Versicherungsunternehmen. Pointiert brachte er deshalb das Anliegen von Herr Dr. Erdland zum Ausdruck, „ für eine klare und verständliche Sprache in unserer Branche zu werben.“ Im Auditorium führten seine Ausführungen im Anschluss zu angeregten Diskussionen.

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Erkenntnisse zu Geschäftsmodellen und unterschätzten Pflegerisiken

Traditionell folgten den Referaten aus praktischer Sicht wissenschaftliche Beiträge aus der Leipziger Forschung. Frau Johanna Nemson gab zu Beginn einen Einblick in ihr Dissertationsprojekt „Geschäftsmodell VVaG: Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Chancen“. Dabei konstatierte sie auch historische Kulturunterschiede zwischen den verschiedenen Rechtsformen. Die Geschäftsmodelle unterlägen zwar strukturellen Besonderheiten, welche jedoch weitgehend nicht durch deren Rechtsformen determiniert seien. Im Anschluss stellten Herr Prof. Wagner und Herr Andres Webersinke, Direktor Life/Health Research and Development bei der General Reinsurance AG, die Ergebnisse der empirischen Studie „Pflegeversicherung – Sichtweisen und Optimierungsansätze im Vertrieb“ vor. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen und dem Pflegebedürftigkeitsrisiko erläuterten Herr Wagner und Herr Webersinke unter Anderem mögliche Gründe für die bislang geringe Marktdurchdringung privater Pflegeversicherungsprodukte. Das Pflegerisiko werde von der Bevölkerung weiterhin unterschätzt und stehe bislang hinter traditionellen Risikofeldern zurück. Zudem gebe es zum Pflegethema auch Nachholbedarf bei der Qualifikation der Vermittler.

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Der Kunde im Fokus – Prozessgestaltung und Versicherungsvermittler in der Diskussion

Als letzten Vortrag hörten die interessierten Zuhörer das Thema „Prozesseffizienz in einem Versicherungsunternehmen“. Herr Dr. Wolfgang Weiler, Sprecher der Vorstände der HUK-COBURG Versicherungsgruppe, berichtete am Beispiel des unternehmensweiten Prozessmanagements der HUK-COBURG über Maßnahmen sowie organisatorische und methodische Rahmenbedingungen effizienter Prozesse in einem Versicherungsunternehmen. Ausschlaggebend, so Herr Weiler, seien u.a. transparente und standardisierte Geschäftsprozesse. Diese stellten zugleich die Voraussetzung für die Festlegung unternehmensspezifischer Ziele dar. In der Konsequenz müsse stetig auf Kundenorientierung geachtet werden.  „Gesamtprozesse beginnen beim Kunden und enden beim Kunden“, verdeutlichte er seine Ausführungen beispielhaft.

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Ein weiteres Highlight des Vorlesungstags bildete, wie in jedem Jahr die Podiumsdiskussion, diesmal zum „Berufsbild Versicherungsvertreter – Anspruch und Wirklichkeit, Schein und Sein“. Moderiert von Herrn Prof. Wagner debattierten Herr Gerald Archangeli, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e. V., Herr Ralf Berndt, Mitglied des Vorstands der Stuttgarter Versicherung AG, Herr Martin Limbeck, Verkaufs-, Management- und Persönlichkeitscoach, Herr Dr. Erich Paetz, Ministerialrat im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Herr Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest aus unterschiedlichen Perspektiven über die Vertriebssteuerung, die Beratungsqualität und die kurzfristige Regulierung im Versicherungsvertrieb. Gemeinsam mit dem Auditorium  setzten sie sich in einer angeregten Diskussion mit dem Selbst- und Fremdbild des Versicherungsvertreters kritisch, teils auch sehr konträr auseinander.

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